14. TAG - die Rückreise
Alles hat einmal ein Ende
Am Freitag ist es soweit und wir treten unsere Heimreise an. Ein letztes mal schnelles Frühstück, Taschen packen und Zimmer bis 10 Uhr verlassen. Ein letztes mal das Gepäck auf die Räder und los geht es zum Bahnhof in Flensburg.
Der Zug geht pünktlich. Wir sind die ersten mit Fahrrädern, was gut ist, denn es steigen noch viele Leute mit Fahrrädern in den Zug, die Stehen müssen, während wir gemütlich mit Blick auf die Räder einen Sitzplatz ergattert haben. Man hört den ein oder anderen Reisebericht und denkt selbst an die zurückgelegte Strecke zurück, an all die Unterkünfte, Erlebnisse, Landschaften und Orte, die wir in den zwei (einhalb) Wochen gesehen haben.
Schmerzen an den Handballen sind schon weniger geworden, die ersten blauen Flecken verblassen, die letzten prangern noch in schönstem rotblau. Es schmerzt kein Arm mehr, kein Nacken, keine Füsse.
Ich habe mich gut erholt und konnte abschalten. Abtauchen in eine andere Welt. Das ist das Wichtigste. Denn der Wahnsinn des Arbeitslebens geht bald wieder los. Gut, dass noch zwei Tage Reserve anstehen.
In Hamburg Altona angekommen sparen wir uns die S-Bahn zum Hauptbahnhof und Radeln in Richtung Hafen. Dort finden wir ein kleines Bistro und gönnen uns überbackene Sandwiches. Dann geht es zum alten Elbtunnel. Den kann man noch als Passage ans andere Elbufer nutzen. Mit dem Aufzug geht es runter und dann ab durch die gekachelte kleine Tunnelstrasse ans ander Ufer. 400 m und wir sind da. Von einer Plattform aus hat man einen etwas anderen Blick auf die Elbphilharmonie. Durch den Tunnel geht es auch wieder zurück und dann in Richtung "Elphi". Kerstin möchte uns Hamburg von der grossen Plattform rund um.die Elphi zeigen. Ich war noch nie dort und nutze gerne die Gelegenheit. Überhaupt ist es schön, dass wir vor der Weiterfahrt nach Duisburg soviel Zeit haben und von der Hamburgerin eine Kurzhafentour geführt bekommen. Charlie kennt die Plattform bereits und bietet sich an, auf die Räder aufzupassen. Da wir vollbeladen sind und es rund um die Elphi von Touristen nur so wimmelt, finde ich das eine sehr gute Idee.
Mit der langen Rolltreppe geht es hoch in das beeindruckende Bauwerk in Form einer Welle. Ich finde ja, es sieht eher aus wie die Krone einer abgetauchten Meeresgöttin. Darf ja jeder interpretieren wie es beliebt. Der Blick über Hamburg ist atemberaubend und an so mancher Stelle schwindelerregend. Es schaukeln kleine Schiffe im Hafen, riesige Containerschiffe und natürlich auch ein überdimensionaler Passagierdampfer mit dem dämlichen Grinsen am Bug. Die Menschen unten sind ameisenklein und laufen geschäftig hin und her. Und mittendrin auch Charlie, der Hüter der Fahrräder. Wir rufen und Winken. Er hört uns natürlich nicht. Aber nach einem Anruf erspäht er uns. Ich habe mein Handy in der Tasche vergessen und kann leider gar keine Fotos machen. Dumm gelaufen. Aber vielleicht liefern Charlie und Kerstin noch etwas nach.
Dann ist auch die letzte sightseeing Tour zuende und wir fahren in Richtung Bahnhof. Kerstin verabschiedet sich von ihrem geliehenen Fahrrad und schliesslich auf dem Gleis auch von uns. Immer komisch so ein Abschied aber ein Besuch un Hamburg ist bereits geplant.